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Das Unternehmen STR gewinnt den Biobrennstoff jetzt aus alten Stubbenwällen

Was macht man, wenn für den Einsatz eines großen Brechers nicht genügend Holz zur Verfügung steht? Nun, das Ding entweder abschalten, oder aber die Nase in den Wind halten und sehen, wo es in der Umgebung noch Futter für den Büffel gibt. Wenn man dann noch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, ist das schon mal die halbe Miete. Beim Unternehmen STR aus Renden hätte man sich vor einigen Jahren nicht träumen lassen, daß Mäuse indirekt Arbeit für den Doppstadt Büffel schaffen. Die Mäuse vermehrten sich in alten Stubbenwällen und gingen von dort auf Raubzug.

Das Unternehmen STR, Service- Transport- und Reparatur GmbH in Renden/Anhalt ist 2004 an den Markt gegangen. Man begann mit Bautransporten und Landmaschinenreparatur. Nach und nach brachen aber große Baufirmen als Kunden weg, da viele von ihnen in die Insolvenz gingen. So mußte beim Unternehmen STR unter Geschäftsführerin Dipl.-Betriebswirtin Andrea Schulze nach anderen Einnahmemöglichkeiten gesucht werden. Jetzt sattelte STR auf den Holztransport um. Andrea Schulze begann mit dem Kurzholztransport. Bald schon liefen fünf Einheiten im Betrieb; vier Kurzholz- und eine Langholzeinheit. Nebenbei wurde aber auch noch die Bauabteilung des Betriebes mit aufrechterhalten. Seit dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 kamen immer mehr Anfragen, ob sich das Unternehmen Schulze, also STR, mit Bagger und Lkw bei der Sturmholzaufarbeitung mit einbringen könnte. Denn im Bereich des Fläming lagen 200.000 Festmeter Holz auf dem Boden. Größtenteils ragten die Stubbenteller überall in die Höhe und behinderten auf fast einem Drittel der Fläche die Aufräumarbeiten.

Das vom Brecher erzeugte Material wird mit dem Radlader aufgeschichtet.Nach vielen Gesprächen zwischen Forstverwaltung und der Geschäftsleitung der Firma Schulze entschied man sich bei STR, in Großtechnik zu investieren. Es zeichnete sich ab, daß immer mehr Heizmaterial in Form von Hackschnitzeln gebraucht wurde. Also schaffte STR einen Brecher an, und zwar den Doppstadt Büffel DW-3060. Bei dem Doppstadt Büffel handelt es sich um einen sogenannten Walzenzerkleinerer. Ab dem Jahr 2008 ist das Unternehmen STR dann voll in das Brechergeschäft eingestiegen und gab im Gegenzug das Holztransportgeschäft bis auf einen verbliebenen Kurzholzzug völlig auf. Schaffte STR den riesigen Brecher jetzt nur wegen der Aufarbeitung des Sturms Kyrill an? Wie lastet man solch ein Spezialgerät nach einem erledigten Windwurfeinsatz aus? Nun, bis jetzt arbeitet STR sogar noch ab und zu Kyrill-Schäden auf, allerdings immer mehr bei den ganz kleinen Waldbesitzern. Im Jahr 2009 errichtete STR infolge des Windwurfs das wohl größte Hackschnitzelpolter in der Firmengeschichte. Das Material, und zwar alles vom Brecher erzeugte Hackschnitzel, lag auf einem 1,1 Kilometer langen und 30 Meter breiten Polter. Dieses Polter war durchgehend drei Meter hoch. Das soll ein imposantes Bild gewesen sein, von dem man heute noch in der Gegend spricht. Doch diese Rekordgrößen erreicht man jetzt wohl nicht mehr, wie Andrea Schulze vermutet. Heute muß drei Tage lang Material herangefahren werden, um vielleicht nur einen Tag zu hacken beziehungsweise zu brechen. Die goldenen Kyrill-Zeiten sind vermutlich endgültig vorbei. Aaaaber... jetzt zog eine Windhose durch die Gegend, die von einigen ob ihrer Heftigkeit schon „Tornado“ genannt wurde. Dieser Wirbelsturm richtete wieder große Schäden an; erste Schätzungen sprechen von bis zu 30.000 Festmetern, darunter 50 Prozent Laubholz, in der Regel Buche. Der Rest setzt sich aus den verschiedensten Nadelhölzern zusammen. Das sind übrigens nur die Zahlen für den umliegenden Staatsforst. Hinzu kommt noch einmal die Schadholzmenge aus dem Privatwald. Insgesamt dürften hier fast 100.000 Festmeter Holz liegen. Wieder sehr viel Arbeit für Forstunternehmer, die solche Schäden aufarbeiten. FORSTMASCHINEN PROFI berichtete in der letzten Ausgabe schon über diesen regional begrenzten Sturm.

Mäuse schaffen Arbeit

Zur Zeit ist STR bei einer interessanten Arbeit anzutreffen: Alte große Stubbenwälle, die nach dem Sturm Kyrill aufgeschoben wurden, rotten in den Beständen ungefähr 20 Jahre vor sich hin. Hier wird eigentlich nutzloser Raum verschenkt. Man hätte auf diesen Plätzen neue Pflanzen setzen, oder den Platz für Pflegearbeiten nutzen können. Allerdings entstand „wertvoller“ und sehr gut angenommer Wohnraum für Mäuse und Schadinsekten. In diesen Stubbenwällen nisten in der Tat sehr viel Mäuse und vermehren sich rasant, denn die Bedingungen gerade in den umgebenden Laubholzkulturen sind sehr günstig für die Nager. Im Winter kriechen die Mäuse unter der Schneedecke an die Jungpflanzen heran und nagen deren Rinde an, manchmal bis zum Totalausfall der Kulturen. Das sind enorme Schäden, die hier entstehen, die dann auch erst im späten Frühjahr entdeckt werden. Manche Wälle sind richtiggehende „Mäusehotels“. Im Sommer besteht in den Wällen und in dem dort verdorrenden Laub und Gras auch eine hohe Waldbrandgefahr. Also weg damit ... […]

Dieter Biernath

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe Oktober 2013 FORSTMASCHINEN-PROFI erschienen.