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Dem Sturmtief Ela fielen alleine in Essen 20.000 Stadtbäume zum Opfer

Nein, so verheerend wie „Kyrill“ 2007 war das diesjährige Tiefdruckgebiet Ela bei weitem nicht, im Ruhrgebiet gab es aber durchaus schwere Schäden; FORSTMASCHINEN-PROFI sah sich in in Essen an, wie die Aufräumarbeiten vorangehen.

Alles ist relativ, behauptet der Volksmund (und – leicht vereinfacht dargestellt – auch der werte Herr Einstein). Tatsächlich gibt es unzählige Szenarien, die das bestätigen, zum Beispiel die populäre Motorleistung: Verfrachtet Audi einen 231 PS starken Turbomotor in den Kleinwagen A1, so ist das relativ viel (wenn auch aufgrund des Allradantriebs des S1 getauften Spitzenmodells definitiv nicht zu viel); soll man einen gleichstarken Lkw vollbeladen die Kasseler Berge herauffahren, dürfte sich jeder Fahrer mindestens die doppelte Motorleistung wünschen. Genauso verhält es sich mit dem Tiefdruckgebiet Ela, das am Pfingstmontag vor allem in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen wütete. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW schätzt die Ela-Windwurfmenge auf 80.000 Festmeter – das ist zwar absolut gesehen nicht wenig, aber letztlich doch nur etwa ein halbes Prozent der Menge, die Kyrill 2007 in NRW geworfen hatte ...
Ein besonderer „Charakterzug“ der stürmischen Ela war ihre ausgesprochene Ortstreue: Sie vagabundierte nicht kreuz und quer durchs Land, sondern agierte örtlich recht begrenzt. Großflächige Schäden sind daher kaum zu verzeichnen – wo Ela auftauchte, regierte jedoch das blanke Chaos: Abgedeckte Dächer, durch Hagel verbeulte Fahrzeuge und natürlich zahllose geworfene oder gebrochene Bäume säumten ihren Weg. Alleine in der Stadt Essen sollen rund 20.000 Bäume betroffen sein. Diese unverschämten Gewächse fallen leider nicht mit preußischer Genauigkeit dorthin, wo sie niemanden stören, sondern blockierten in großer Zahl Straßen und Bahngleise und zerstörten Oberleitungen; in den ersten Tagen nach Pfingsten herrschte in weiten Teilen des Ruhrgebietes absoluter Ausnahmezustand.

Drei Bagger rocken den Park


Anfang Juli, rund drei Wochen nach Elas „Besuch“, hat sich die Lage in Essen schon ein gutes Stück normalisiert. Das ist zum großen Teil Spezialisten wie dem Kettwiger Baumdienst zu verdanken, der seit Pfingsten fast ununterbrochen damit beschäftigt ist, Sturmschäden zu beseitigen. Nachdem Straßen und Schienen wieder befahrbar waren, wurden Schulen, Kindergärten und Sportanlagen freigeräumt. Bei unserem Besuch Anfang Juli ist das größtenteils erledigt, nun sind die Parks und Grünanlagen an der Reihe. Wir fahren mit Thomas Skibba, Gründer und Geschäftsführer der Kettwiger Baumdienst Skibba GmbH, in den Essener Stadtteil Bergeborbeck. Den dortigen Volkspark hat es heftig erwischt, Skibbas Truppe kümmert sich gerade um rund 80 darin umgestürzte, abgebrochene oder angeschobene Bäume. Neben einem Allrad-Hubsteiger nutzen die Männer dabei vor allem drei mit Fällgreifer ausgerüstete Bagger. Während der Hubsteiger in erster Linie bei Pflegemaßnahmen zum Einsatz kommt, spielen die Bagger ihre Stärken besonders beim Abtragen von Bäumen aus. Das motormanuelle Fällen angeschobener oder abgebrochener Bäume ist immer ein Risiko, dazu kommen im städtischen Raum Platzprobleme und die potentielle Gefährdung von Bürgern – die sich bekannterweise nur ungern an Verbote halten und gerne dort auftauchen, wo es besonders gefährlich ist. Der Kettwiger Baumdienst setzt seit vielen Jahren einen Atlas 1605 M ein, der mit einem Fällgreifer vom Typ MVD 700 bestückt ist. Mit einem Fälldurchmesser von satten 70 Zentimetern muß der Kopf nur vor den ganz dicken Dingern kapitulieren. So gerüstet, hat sich der Atlas-Bagger prima bewährt, einzig die Reichweite ist mit acht Metern etwas knapp bemessen. Vor gut zwei Jahren machte sich Thomas Skibba auf die Suche nach einer „weitreichenden“ Ergänzung des Atlas. Ursprünglich liebäugelte er mit einem Fällkran auf Lkw-Fahrgestell – nachdem er ein Angebot vorliegen hatte, kamen ihm jedoch Zweifel, denn als Gesamtpreis waren dort über eine Million Euro aufgeführt. Als der erste Schock verdaut war, sah sich Skibba nach günstigeren Alternativen um. Fündig wurde er beim niederbayerischen Hersteller Sennebogen. Die Straubinger haben Seilbagger, Raupen-, Teleskop- und Hafenkrane, Materialumschlagmaschinen und Multiloader sowie Trägergeräte im Programm – und eben auch den 718 M, eine für Energieholzernte und Landschaftspflege optimierte Maschine. Thomas Skibba bestellte damals gleich ein Exemplar, zumal ihm auch der Preis angemessen erschien. „Der kostet nur ein Viertel vom Fällkran ...“ Besonderes Augenmerk legte Sennebogen bei der Entwicklung des 718 M auf einen forsttauglichen Ausleger. [....]

Jan Biernath

Der komplette Artikel ist in der Ausgabe FORSTMASCHINEN-PROFI August 2014 erschienen.