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Forstbetrieb Zumbrock setzt den John Deere 810E mit Drehkabine ein

Im Jahr 2009 präsentierte John Deere seine komplett neue Forstmaschinen-Familie: die Forwarder und Harvester der E-Serie. Besonders überraschend war die Tatsache, daß alle Modelle mit einer Drehkabine ausgestattet wurden, also auch die Rückezüge. Inzwischen sind die ersten Maschinen seit etwa einem Jahr auch in Deutschland im Einsatz. Forstmaschinen-Profi hatte die Gelegenheit, dem Benjamin unter den John-Deere-Forwardern bei der Arbeit zuzusehen. Bei diesem 810E handelt es sich zudem um den ersten seiner Art in Deutschland.

zumbrock_810e_grDer Rückezug gehört dem forstwirtschaftlichen Lohnunternehmen Thomas Zumbrock aus Atteln in der Nähe von Paderborn. Der 36jährige ist sichtlich stolz auf seine Neuanschaffung, bedeutet sie doch für den Forstunternehmer einen weiteren großen Schritt in Richtung eines modernen Forstbetriebs. Zumbrock machte sich 2003 selbständig, seine ersten Gerätschaften waren ein Schneidspalter und ein Rückewagen. Nach dem Sturmtief Kyrill schaffte er 2007 einen Timberjack 1010A an. Nach vier weiteren Einsatzjahren und insgesamt fast 20.000 Betriebsstunden auf dem Buckel zeigte sich der alte Forwarder immer reparaturanfälliger. Es mußte also Ersatz her, am besten eine ganz neue Maschine.
Nur welche nehmen? Der Timberjack-Nachfolger John Deere sollte es auf jeden Fall werden, einfach wegen guter Erfahrungen. Thomas Zumbrock beriet sich mit dem Leiter des Forstamts Daun, Karl-Ludwig Pentzlin. Hier in der Eifel wird der neue Forwarder den Großteil seiner Arbeitsstunden verbringen. Der 810E machte das Rennen wegen seines verhältnismäßig geringen Gewichtes, seiner Bodenschonung (auch dank 710er Bereifung) sowie der kompakten Abmessungen und großen Wendigkeit. Jetzt mußte nur noch ein Händler gefunden werden, der zeitnah liefern kann. Fündig wurde Zumbrock bei der Forstmaschinenzentrum oHG in Leinburg-Diepersdorf; der 810E war zwar nicht brandneu, hatte aber erst 1.020 Betriebsstunden auf dem Buckel. Dafür ist die Maschine mit der längsten Variante des CF1-Krans ausgestattet. Seine Reichweite beträgt satte 9,80 Meter, Standard sind 7,20 Meter. Da Thomas Zumbrock häufig motormanuell gefälltes Holz rückt, zählte der Langkran zu seiner Wunschausstattung.

zumbrock_polter_grDer Erstbesitzer des 810E war mit dieser Maschine in Franken im Einsatz, Zumbrock übernahm den Forwarder samt dortigen Auftrags. Wie vorher den 1010A fährt Thomas Pias den neuen John Deere. Der 38jährige ist seit zwei Jahren bei Thomas Zumbrock angestellt, vorher rückte er zwölf Jahre Langholz. Mit seinem neuen Arbeitsgerät ist er rundum zufrieden, besonders die Drehkabine sorgt für Begeisterung: Sowohl beim Lenken als auch bei Kranarbeiten dreht die Kabine sich automatisch in die Position mit der bestmöglichen Sicht. Beim Rückwärts-Einbiegen in eine enge Rückegasse hat Pias also genau die kurveninnere hintere Runge im Blick und kann den Rückezug zentimetergenau am verbleibenden Bestand vorbeizirkeln. Wie bei allen E-Serie-Forwardern beträgt der Drehwinkel der Kabine 290 Grad. Optional bietet John Deere für die Drehkabinen zudem eine Nivellierung, bis zu zehn Grad seitlich sowie sechs Grad nach vorne und hinten kann die Mechanik ausgleichen. Zumbrocks 810E verfügt über dieses Feature, das zusammen mit der guten Sitzdämpfung und dem geschmeidigen Drehen für einen hohen Arbeitskomfort sorgt. „Ein fast perfekter Arbeitsplatz“, bringt es Thomas Pias auf den Punkt. Wieso „fast“, stört denn irgendetwas? Pias verneint, aber schließlich gebe es quasi keine Maschine, an der sich nicht noch irgendwas verbessern ließe; am 810E betrifft dies den Kran. Thomas Pius empfindet die Schwenkkraft als etwas zu gering, mit 19 kNm stößt er besonders im Hang schnell an die Grenzen. Und wenn wir schon bei Wünsch-dir-was sind: Innenliegende Schläuche wären auch nicht verkehrt. Sicher, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen attestiert er dem 810E sehr gute Eigenschaften, besonders im Hang. Die braucht er auch, denn schließlich wird er die meiste Zeit in einem Privatwald in der Eifel arbeiten.

09_2011_jdeere810e_grThomas Pias ist in der Eifel zuhause, und so hat sich im Laufe der Zusammenarbeit von „Thomas und Thomas“, wie die beiden oft genannt werden, dieses Gebiet als Wirkungsschwerpunkt herauskristallisiert. Rund die Hälfte des Jahres verbringt das Unternehmen in der Eifel, die restliche Zeit zu etwa gleichen Teilen im Odenwald und im Raum Paderborn.
Aber auch das Frankenland hat seine Vorzüge, beispielsweise den neuen Importeur und Servicepartner von John Deere Forestry, die Firma Kotschenreuther. Hier ließ Firma Zumbrock die fällige 1.000-Stunden-Inspektion ihres Forwarders durchführen und bekam prompt die Frage gestellt: „Ihr wißt schon, daß Euer 810E der erste in Deutschland war?!“ Nein, wußten die beiden bis dato nicht.
Bis auf die Dreh-Nivellierkabine zeigt sich der John Deere 810E als ganz normaler kleiner Forwarder. Die rund 13 Tonnen schwere Maschine hat eine Zuladung von neun Tonnen. Sie wird von einem 4,5 Liter großen Vierzylinder angetrieben, der 134 PS und 535 Nm leistet. In Verbindung mit dem hydrostatischen Fahrantrieb werden 110 kN Zugkraft generiert. Den Kran vom Typ CF1 gibt es mit Reichweiten von 7,20, 8,70 oder 9,80 Meter, das Bruttohubmoment liegt bei 76 kNm. In puncto Rungenkorb bietet der 810E mehrere Optionen: Zwei wählbare Radstände sorgen für eine 3,62 beziehungsweise 4,29 Meter lange Ladefläche, für die kurze Variante bietet John Deere zudem eine breitere Ladefläche. Mit ihr erhöht sich der Ladequerschnitt von 3,4 auf 3,9 Quadratmeter. Selbstredend gibt’s für den Rückezug jede Menge Sonderausstattungen, so verfügt Zumbrocks Maschine über eine Kranwaage, Zentralschmierung und das Steuerungssystem „CommandCenter“.

Momentan fährt übrigens ausschließlich Thomas Pias mit der neuen Maschine, sein Chef pilotiert für ein anderes Forstunternehmen einen John Deere 1270D Harvester. Eins mag er dabei gar nicht, nämlich als Subunternehmer bezeichnet zu werden: „Wir sind Dienstleister und nicht nur Subunternehmer“, stellt Thomas Zumbrock klar.

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Jan Biernath

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 9 / 2011 FORSTMASCHINEN-PROFI erschienen.